Eine der häufigsten Fragen bei der Unternehmensgründung lautet: „Was zahle ich mir eigentlich selbst aus?“
Das Gründergehalt ist ein sensibles Thema – zu hoch angesetzt gefährdet es die Liquidität, zu niedrig kann es auf Dauer Deine Motivation und sogar Deine private Existenz bedrohen.
In diesem Beitrag erfährst du, wie Du Dein Gründergehalt realistisch festlegst und welche Faktoren Du berücksichtigen solltest.
1. Warum das Gründergehalt wichtig ist
Viele Gründer:innen neigen dazu, sich zunächst gar kein oder nur ein sehr geringes Gehalt zu zahlen. Doch:
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- Dein Gehalt ist Teil Deiner Finanzplanung und signalisiert Investor:innen Professionalität.
- Es stellt sicher, dass Du Dich voll auf Dein Geschäft konzentrieren kannst, ohne finanzielle Existenzängste.
- Es beeinflusst Deine Lebensqualität – und Deine Leistungsfähigkeit als Unternehmer:in.
2. Faktoren, die Dein Gründergehalt bestimmen
- Lebenshaltungskosten
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- Welche monatlichen Fixkosten hast Du privat (Miete, Krankenversicherung, Lebensunterhalt)?
- Tipp: Erstelle eine ehrliche Übersicht Deiner Mindestkosten. Das ist Deine Untergrenze.
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- Finanzlage des Unternehmens
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- Wie viel Umsatz erwartest Du?
- Welche Rücklagen brauchst Du für Wachstum und unvorhergesehene Ausgaben?
- In der Anfangsphase ist Dein Gehalt meist niedriger als in späteren Jahren.
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- Branche und Gründungsart
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- Tech-Startups zahlen Gründer:innen oft nur symbolische Gehälter, weil das Kapital ins Wachstum fließt.
- Bei klassischen Gründungen (z. B. Handwerk, Dienstleistungen) sind marktgerechte Gründergehälter üblich.
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- Externe Erwartungen
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- Banken oder Investor:innen möchten sehen, dass Dein Gehalt realistisch ist – nicht überzogen, aber auch nicht unrealistisch niedrig.
- Ein solides Gründergehalt zeigt, dass Dein Business langfristig tragfähig ist.
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3. Praktische Orientierungshilfen
Minimum:
Decke zunächst Deine privaten Fixkosten – Miete, Krankenversicherung, Lebensunterhalt. So kannst Du ohne ständigen finanziellen Druck arbeiten und Dich voll auf Dein Business konzentrieren.
Benchmark:
Orientiere Dich an durchschnittlichen Gründergehältern nach Finanzierungsstadium, Branche und Position.
Laut der Creandum-Studie 2024 können folgende Medianwerte als Orientierung dienen:
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- Bootstrapped-Phase: ca. 40.000 € pro Jahr
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Pre-Seed/Seed-Phase: ca. 50.000 € pro Jahr
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Series A: ca. 115.000 € pro Jahr
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Series B: ca. 140.000 € pro Jahr
Hinweis: Diese Zahlen dienen als Richtwerte. Je nach Branche, Unternehmensmodell, Region oder Finanzierungssituation können die Gehälter stark variieren. Tech-Startups zahlen zum Beispiel oft zu Beginn niedrigere Gehälter, um Kapital ins Wachstum zu investieren.
Flexibilität:
Überlege, ob ein variables Modell für Dein Gründergehalt sinnvoll ist, z. B. ein Basisgehalt plus Bonuszahlungen, sobald bestimmte Umsätze oder Meilensteine erreicht werden. So bleibst Du flexibel und motiviert, ohne die Liquidität des Unternehmens zu gefährden.
4. Typische Fehler vermeiden
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- Zu niedriges Gehalt: Klingt opferbereit, führt aber schnell zu Stress, Nebenjobs und geringerer Energie fürs Unternehmen.
- Zu hohes Gehalt: Belastet die Liquidität und wirkt auf Investor:innen unrealistisch.
- Keine Anpassung: Dein Gehalt sollte sich mit dem Wachstum des Unternehmens entwickeln.
5. Fazit
Dein Gründergehalt ist ein Balanceakt zwischen finanzieller Sicherheit und Unternehmensrealität.
Es sollte so hoch sein, dass Du deine Lebenshaltungskosten decken kannst – und so realistisch, dass Dein Unternehmen gesund wachsen kann.
Tipp: Plane Dein Gründergehalt von Anfang an in der Finanzplanung ein und überprüfe es regelmäßig. So bleibst Du flexibel und vermeidest böse Überraschungen.
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