Die Rule of Forty ist eine Kennzahl zur Beurteilung von Wachstum und Profitabilität bei Software-as-a-Service-Unternehmen, kurz SaaS-Unternehmen.
Sie besagt, dass die Summe aus dem prozentualen Umsatzwachstum und der Gewinnmarge mindestens 40 Prozent betragen sollte.
Die vereinfachte Berechnung lautet:
Umsatzwachstum in Prozent + Gewinnmarge in Prozent = Rule-of-Forty-Wert
Als Gewinnmarge wird häufig die EBITDA-Marge verwendet. Je nach Unternehmen oder Investor:in können jedoch auch andere Kennzahlen wie die operative Marge oder die Free-Cashflow-Marge herangezogen werden.
Ein Beispiel:
| Kennzahl | Wert |
| Jährliches Umsatzwachstum | 30 % |
| EBITDA-Marge | 12 % |
| Rule-of-Forty-Wert | 42 % |
Das Unternehmen erreicht in diesem Beispiel einen Wert von 42 Prozent und erfüllt damit die Rule of Forty.
Die Ergebnisse lassen sich grundsätzlich so einordnen:
| Ergebnis | Bedeutung |
| über 40 % | Wachstum und Profitabilität befinden sich in einem starken Verhältnis. |
| genau 40 % | Die Orientierungsvorgabe wird erfüllt. |
| unter 40 % | Wachstum oder Profitabilität könnten verbessert werden. |
Die Rule of Forty berücksichtigt, dass schnell wachsende SaaS-Unternehmen häufig noch keine hohen Gewinne erzielen. Ein starkes Umsatzwachstum kann daher eine niedrige oder negative Marge teilweise ausgleichen.
Beispiele für unterschiedliche Kombinationen sind:
- 50 Prozent Wachstum und minus 10 Prozent EBITDA-Marge
- 35 Prozent Wachstum und 5 Prozent EBITDA-Marge
- 20 Prozent Wachstum und 20 Prozent EBITDA-Marge
- 10 Prozent Wachstum und 30 Prozent EBITDA-Marge
Alle Kombinationen ergeben einen Rule-of-Forty-Wert von 40 Prozent.
Für Startups und Investor:innen kann die Kennzahl hilfreich sein, um:
- Wachstum und Profitabilität gemeinsam zu bewerten
- SaaS-Unternehmen besser miteinander zu vergleichen
- die finanzielle Entwicklung einzuordnen
- strategische Prioritäten festzulegen
- ein zu starkes Wachstum auf Kosten der Wirtschaftlichkeit zu erkennen
Die Rule of Forty sollte jedoch nicht allein betrachtet werden. Unternehmensphase, Marktbedingungen, Kundenbindung, wiederkehrende Umsätze, Liquidität und Kostenstruktur beeinflussen ebenfalls die wirtschaftliche Qualität eines SaaS-Geschäftsmodells.
Die innoWerft unterstützt Gründer:innen dabei, relevante SaaS-Kennzahlen einzuordnen, Wachstums- und Finanzierungsstrategien zu überprüfen und wirtschaftliche Entwicklungen für Gespräche mit Investor:innen verständlich aufzubereiten.