Was ist ein Term Sheet und welche Bedingungen einer Finanzierung werden darin festgehalten?

Ein Term Sheet ist ein Dokument, das die wesentlichen wirtschaftlichen und rechtlichen Eckpunkte einer geplanten Investition zusammenfasst. Es wird häufig zu Beginn einer Finanzierungsrunde zwischen Gründer:innen und Investor:innen vereinbart.

Das Term Sheet dient als Grundlage für die weiteren Verhandlungen, die Due Diligence und die Ausarbeitung der endgültigen Beteiligungsverträge. Es schafft frühzeitig Klarheit darüber, unter welchen Bedingungen eine Investition grundsätzlich stattfinden soll.

Typische Inhalte eines Term Sheets sind:

  • Höhe der Investition
  • Pre-Money- und Post-Money-Bewertung
  • Beteiligungsquote der Investor:innen
  • Art der ausgegebenen Unternehmensanteile
  • Stimm- und Informationsrechte
  • Kontroll- und Zustimmungsrechte
  • Liquidationspräferenzen
  • Verwässerungsschutz
  • Vesting-Regelungen für Gründer:innen
  • Tag-Along- und Drag-Along-Rechte
  • Regelungen zum Exit
  • Exklusivität und Vertraulichkeit
  • Zeitplan bis zum Closing

Ein vereinfachtes Beispiel:

Bestandteil Beispiel
Pre-Money-Bewertung 4 Mio. €
Investitionssumme 1 Mio. €
Post-Money-Bewertung 5 Mio. €
Beteiligung der neuen Investor:innen 20 %
Verwendungszweck Produktentwicklung, Vertrieb und Teamaufbau

Neben der Bewertung und Beteiligungsquote können weitere Bedingungen erhebliche Auswirkungen auf die Gründer:innen haben.

Besonders wichtige Regelungen sind:

  • Liquidationspräferenz: Legt fest, wie Verkaufserlöse bei einem Exit zwischen den Gesellschafter:innen verteilt werden.
  • Vesting: Bestimmt, über welchen Zeitraum Gründer:innen ihre Anteile vollständig erwerben oder behalten.
  • Verwässerungsschutz: Schützt Investor:innen unter bestimmten Bedingungen vor einer späteren Finanzierung zu einer niedrigeren Bewertung.
  • Zustimmungsrechte: Definieren Entscheidungen, die nur mit Zustimmung bestimmter Investor:innen getroffen werden dürfen.
  • Informationsrechte: Regeln, welche Finanz- und Unternehmensinformationen Investor:innen regelmäßig erhalten.
  • Tag-Along Rights: Ermöglichen Minderheitsgesellschafter:innen, ihre Anteile bei einem Verkauf mitzuverkaufen.
  • Drag-Along Rights: Können Minderheitsgesellschafter:innen unter festgelegten Voraussetzungen zum Mitverkauf verpflichten.

Ein Term Sheet ist häufig überwiegend nicht bindend. Das bedeutet, dass die eigentliche Investition erst mit Abschluss der endgültigen Verträge verbindlich wird. Einzelne Regelungen können jedoch bereits rechtlich bindend sein, insbesondere:

  • Vertraulichkeitsvereinbarungen
  • Exklusivitätsklauseln
  • Kostenregelungen
  • anwendbares Recht und Gerichtsstand
  • Regelungen zum Abbruch der Verhandlungen

Ob und welche Punkte verbindlich sind, hängt von der konkreten Formulierung ab.

Der typische Ablauf nach Unterzeichnung eines Term Sheets sieht so aus:

  1. Due Diligence

Die Investor:innen prüfen unter anderem Finanzen, Geschäftsmodell, Verträge, Technologie, Markt und rechtliche Risiken.

  1. Vertragsverhandlung

Die Eckpunkte des Term Sheets werden in Beteiligungsverträge, Gesellschaftervereinbarungen und weitere Dokumente übertragen.

  1. Erfüllung offener Bedingungen

Dazu können gesellschaftsrechtliche Beschlüsse, Anpassungen der Beteiligungsstruktur oder die Klärung von Schutzrechten gehören.

  1. Signing

Die beteiligten Parteien unterzeichnen die endgültigen Verträge.

  1. Closing

Die Investition wird vollzogen, das Kapital eingezahlt und die neuen Anteile werden übertragen oder ausgegeben.

Für Gründer:innen bietet ein Term Sheet verschiedene Vorteile:

  • frühzeitige Klarheit über zentrale Beteiligungsbedingungen
  • strukturierte Grundlage für weitere Verhandlungen
  • geringeres Risiko grundlegender Missverständnisse
  • schnellere Vorbereitung der endgültigen Verträge
  • bessere Vergleichbarkeit unterschiedlicher Investmentangebote

Typische Fehler beim Umgang mit einem Term Sheet sind:

  • nur auf Unternehmensbewertung und Investitionssumme zu achten
  • wirtschaftliche Auswirkungen von Liquidationspräferenzen zu unterschätzen
  • weitreichende Zustimmungsrechte ungeprüft zu akzeptieren
  • Vesting- und Leaver-Regelungen nicht ausreichend zu beachten
  • bindende und nicht bindende Klauseln zu verwechseln
  • zukünftige Finanzierungsrunden und Exit-Szenarien nicht mitzudenken
  • das Term Sheet ohne rechtliche und steuerliche Prüfung zu unterzeichnen

Das höchste Investmentangebot ist nicht automatisch das beste. Gründer:innen sollten das gesamte Gesamtpaket betrachten – einschließlich Mitspracherechten, Beteiligungsbedingungen, strategischem Mehrwert und der langfristigen Zusammenarbeit mit den Investor:innen.

Die innoWerft unterstützt Gründer:innen dabei, die wirtschaftlichen Auswirkungen typischer Term-Sheet-Regelungen besser zu verstehen, Finanzierungsangebote einzuordnen und sich strukturiert auf Verhandlungen mit Investor:innen vorzubereiten. Die abschließende rechtliche und steuerliche Prüfung sollte durch entsprechend qualifizierte Berater:innen erfolgen.

Fünf Schlüsseltechnologien im Fokus

Der Digital Hub Rhein-Neckar konzentriert sich auf fünf Technologiefelder, die für die Wettbewerbsfähigkeit der Region von besonderer Bedeutung sind:

    • Künstliche Intelligenz (KI): Einsatz in Produktion, Logistik, Qualitätsmanagement und datengetriebenen Services
    • Cybersicherheit: Schutz kritischer Infrastrukturen, industrielle IT-Sicherheit und sichere Datenräume
    • Industry Tech: IoT-Anwendungen, Sensorik, Automatisierung, Datenanalyse und vernetzte Produktionsprozesse
    • Nachhaltigkeit und Energieeffizienz: CO₂-Reporting, Energieeinsparungspotenziale in Produktion und Gebäuden sowie Treiber für die Kreislaufwirtschaft – messbar durch digitale Schlüsseltechnologien
    • Metaverse und Extended Reality (XR): Virtuelle und erweiterte Realitäten als Plattformen für Zusammenarbeit, Schulung und Produktentwicklung, digitale Zwillinge und immersive Erlebnisse

KI-gestützte Matching-Plattform: Der richtige Partner auf Knopfdruck

Ein Herzstück des Digital Hub Rhein-Neckar ist die KI-gestützte Matching-Funktion. Unternehmen und Startups können ihr konkretes Anliegen oder ihren Technologiebedarf beschreiben. Die KI identifiziert daraufhin passende Ansprechpartner und Angebote aus dem Partnernetzwerk der Region.

So soll aus einem konkreten Bedarf möglichst schnell ein passender Kontakt und daraus eine konkrete Zusammenarbeit entstehen.

Events, Förderangebote und Räume gebündelt

Neben dem KI-gestützten Matching bietet der Digital Hub Rhein-Neckar eine laufend aktualisierte Übersicht über regionale Veranstaltungen, Förderangebote und Workshops.

Auch verfügbare Räumlichkeiten für Begegnungen, Co-Working und Innovationsprojekte in der gesamten Metropolregion werden auf der Plattform gebündelt.

Damit macht der Digital Hub verschiedene Angebote und Kompetenzen der Region über einen gemeinsamen digitalen Zugang sichtbar und zugänglich.

Gemeinsam für Innovation in der Metropolregion Rhein-Neckar

Der Digital Hub Rhein-Neckar wird von einem regionalen Netzwerk getragen. Konsortialpartner sind die innoWerft, die Stadt Mannheim und die 5-HT Chemistry & Health.

Als assoziierte Partner unterstützen der Technologiepark Heidelberg, die IHK Rhein-Neckar, die Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, die Wirtschaftsförderung Heidelberg, die Metropolregion Rhein-Neckar, die Technische Hochschule Mannheim, der NEXT MANNHEIM und das Netzwerk Smart Industries das Projekt.

Gemeinsam bringen die Partner regionale Kompetenzen und Angebote rund um digitale Schlüsseltechnologien zusammen.

Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.

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Der Digital Hub Rhein-Neckar bietet Startups, Unternehmen und Forschungseinrichtungen einen gemeinsamen digitalen Zugang zu Angeboten und Expertise rund um zentrale Schlüsseltechnologien in der Metropolregion.

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