Die Sicherheitsmarge bezeichnet den finanziellen Abstand zwischen der aktuellen oder erwarteten Geschäftsentwicklung und einem kritischen Grenzwert, ab dem Verluste entstehen.
Sie zeigt, wie stark Umsätze, Gewinne oder Unternehmenswerte sinken können, bevor ein Unternehmen die Gewinnschwelle unterschreitet oder eine Investition unwirtschaftlich wird. Je größer die Sicherheitsmarge ist, desto besser können unerwartete Entwicklungen ausgeglichen werden.
In der Unternehmensplanung wird die Sicherheitsmarge häufig anhand des Break-even-Points berechnet:
Sicherheitsmarge = tatsächlicher oder geplanter Umsatz – Break-even-Umsatz
Die prozentuale Berechnung lautet:
Sicherheitsmarge in Prozent = (Umsatz – Break-even-Umsatz) ÷ Umsatz × 100
One example:
| Key figure | Amount |
| Geplanter Umsatz | 500.000 € |
| Break-even-Umsatz | 400.000 € |
| Safety margin | 100.000 € |
| Sicherheitsmarge in Prozent | 20 % |
Der Umsatz könnte in diesem Beispiel um 20 Prozent sinken, bevor das Unternehmen die Gewinnschwelle erreicht.
Eine Sicherheitsmarge kann Unternehmen und Startups dabei helfen:
- finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen
- realistischere Umsatz- und Kostenplanungen zu erstellen
- mögliche Marktschwankungen einzuplanen
- Investitionsentscheidungen vorsichtiger zu bewerten
- den Kapitalbedarf besser abzuschätzen
- Szenarien für unerwartete Entwicklungen vorzubereiten
Auch bei der Bewertung von Investitionen wird der Begriff verwendet. Investor:innen vergleichen dabei den geschätzten tatsächlichen Wert eines Unternehmens mit dem Kaufpreis. Liegt der Kaufpreis deutlich unter dem angenommenen Unternehmenswert, besteht eine Sicherheitsmarge.
Typische Faktoren, die eine Sicherheitsmarge verringern können, sind:
- sinkende Umsätze
- steigende Personal- oder Materialkosten
- Verzögerungen beim Markteintritt
- eine zu optimistische Finanzplanung
- unerwartet hohe Kundenakquisitionskosten
- der Verlust wichtiger Kund:innen
- zusätzlicher Finanzierungsbedarf
Eine große Sicherheitsmarge bietet mehr finanziellen Spielraum. Sie ist jedoch keine Garantie dafür, dass ein Unternehmen dauerhaft profitabel bleibt. Die Berechnung basiert auf Annahmen, die sich durch Marktveränderungen, neue Wettbewerber:innen oder unerwartete Kosten verändern können.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Finanzplanungen nur auf das erwartete Best-Case-Szenario auszurichten. Gründer:innen sollten deshalb auch realistische und pessimistische Szenarien betrachten und regelmäßig prüfen, wie stark sich Veränderungen auf Liquidität, Runway und Profitabilität auswirken.
Die innoWerft unterstützt Gründer:innen dabei, Finanzplanungen und Geschäftsmodelle kritisch zu überprüfen, unterschiedliche Szenarien zu berechnen und finanzielle Risiken sowie Kapitalbedarfe frühzeitig einzuordnen.